Der Welpe kommt ins Haus

Der große Tag ist gekommen und der Welpe kommt ins Haus: Für jeden Hunde-Besitzer etwas ganz Besonderes. Damit alles glatt läuft, habe ich hier mal zusammengestellt, was Du vorher bedenken musst – und wie dieser Tag ablaufen sollte, damit Eurem Glück nichts im Wege steht.

Der Welpe kommt ins Haus – und schläft erst einmal.
Der Welpe kommt ins Haus – und schläft erst einmal. (Foto: Horstmann)

Bevor Du Deinen Hund beim Züchter oder Verkäufer abholst, solltest Du das zukünftige Zuhause Deines Golden Retrievers „welpensicher“ machen. Und das ist am Ende nichts anderes, als „kindersicher“. Denn genau wie Babys und Kleinkinder wissen Welpen nicht, was für sie gefährlich sein kann und sind sehr verspielt. Im Grunde kannst Du Deinen Welpen die ersten Tage und Wochen nicht alleine oder unbeobachtet lassen.

Vor dem Einzug: Mache Deine Wohnung welpensicher

Deshalb verabschiede Dich von für Hunde giftige Pflanzen (dazu gehören unter anderem Tulpen, Narzissen, Calla, Ficus und Zimmerfarn) oder stelle sie zunächst auf höhere Ebenen, an denen Dein Welpe nicht kommt. Der Haken: Dein Golden Retriever-Welpe wächst schnell und kommt in wenigen Monaten auch ohne Probleme an Dinge auf der Fensterbank. Also verabschiede Dich lieber direkt von ihnen.

Verstaue alle Reinigungsmittel sicher in einem Schrank – auch den WC-Reiniger, wenn Deine Bad- oder Toiletten-Tür nicht konsequent geschlossen ist. Und mach immer den Klodeckel runter – sonst kommt Dein Hund auf dumme Ideen.

Kaufe Dir Kindersicherungen für Deine Steckdosen (da passt so eine Welpen-Nase nämlich sehr gut rein…), achte darauf, dass keine Verlängerungs-Steckdosen oder Kabel (höchstinteressant für Welpen!) oder auch keine Kleinteile rumliegen, der Dein Golden-Retriever-Welpe runterschlingen könnte. Medikamente gehören auch zwingend weggesperrt!

Denke darüber nach, was Dir heilig ist – und bringe teure Schuhe, Sofakissen, Bücher und so weiter außer Reichweite des Hundes. Wie ich hier schon geschrieben habe, sind Golden-Retriever-Welpen mit ihren kleinen Beißerchen seeeehr aktiv…

 

Auf ins neue Zuhause: Der Welpe im Auto.
Auf ins neue Zuhause: Der Welpe im Auto. (Foto: Horstmann)

Es ist soweit: Du holst Deinen Welpen nach Hause

Im Idealfall hast Du Deinen Golden-Retriever-Welpen vorher schon bei mehreren Besuchen kennengelernt (und er Dich entsprechend ebenso beschnuppert). Damit der Abschied nicht allzu schwer fällt, versuche, dass Du eine Decke vom Züchter oder Verkäufer mitnehmen kannst. Der vertraute Geruch der Geschwister und Eltern Deines Welpen kann tatsächlich wahre Wunder wirken.

Wichtig ist dann natürlich auch das Futter: Der Züchter oder Verkäufer sollte Dir unbedingt einen Beutel Welpenfutter mitgeben – selbst, wenn Du Deinen Golden-Retriever-Welpen künftig anders füttern möchtest.

Eine Futter-Umstellung mit zehn oder zwölf Wochen kann und darf nicht von jetzt auf sofort geschehen; vielmehr musst Du das neue Futter langsam unter das alte Futter mischen. Alle paar Tage ein bisschen mehr vom neuen Futter und entsprechend weniger vom alten. Ansonsten tust Du Deinem Hund nämlich keinen Gefallen: Der Magen-Darm-Trakt eines Welpen ist sensibel – und Durchfall und Erbrechen die Folge einer zu schneller Futter-Umstellung.

Im Auto solltest Du einen Teil Deiner Erstausstattung für den Hund schon dabei haben. Grundsätzlich ist es ratsam, einen Hunde-Gurt zur Sicherheit zu nutzen – wenn Du den Hund nicht alleine abholst, kannst Du ihn aber auch (so wie ich es getan habe) einfach auf den Schoß nehmen. Von einer Hunde-Transportbox rate ich Dir ab, denn Dein Welpe ist gerade aus seiner gewohnten Umgebung gerissen worden und erlebt ein Abenteuer – da sollte er bei Dir, seinem neuen Rudelführer, sein. Falls der Weg nach Hause länger dauert, denk immer daran, genug Pausen zu machen. Damit der Autositz trocken bleibt, wenn doch ein Malheur passiert: Eine Plastiktüte unter der Decke hilft.

 

Der Golden-Retriever-Welpe in seinem neuen Zuhause.
Der Golden-Retriever-Welpe in seinem neuen Zuhause. (Foto: Horstmann)

Der große Moment ist da: Der Welpe kommt ins Haus

Für mich war das ein aufregender Moment – der leider so ziemlich in die Hose gegangen ist: Meine Eltern hatten auf unsere Katze aufgepasst und ihre Französische Bulldogge dabei. Hieß für unseren Golden-Retriever-Welpen: Neue Wohnung, neue Menschen, eine Katze und ein anderer Hund (der überraschend eine totale Anti-Haltung an den Tag legte). Mehr Stress ging in dem Moment nicht, weshalb sie sich in die nächste Ecke verkroch.

Warum ich das aufschreibe? Damit Du nicht den gleichen Fehler machst. Du darfst Deinen Welpen nicht überstrapazieren. Heißt: Lass ihn in sein neues Zuhause und in Ruhe alles erkunden. Sorge dafür, dass kein Besuch da ist oder in den ersten ein bis zwei Tagen kommt. Gib Deinem Welpen viel Zeit, sich alles anzuschauen und zu beschnuppern. Und wenn er schläft: Lass ihn schlafen. Das musst Du vor allem Freunden und Kindern erklären.

Zeig Deinem Hund seinen neuen Schlafplatz, wo sein Wasser- und Fressnapf steht, gerne auch sein neues Spielzeug.

Eine Entscheidung fürs (Hunde)Leben: Die ersten Nächte

Zu allererst: Die ersten Nächte mit Deinem Welpen werden kurz. Denn der Kleine ist noch nicht stubenrein und Welpen müssen oft pinkeln. Deshalb: Stelle Dir vielleicht alle zwei oder drei Stunden zur Sicherheit einen Wecker und gehe mit dem Hund vor die Tür. Wenn Du ihm nach jedem Geschäft ein Leckerli gibst, klappt das mit der Stubenreinheit schnell (bei mir waren es so knapp zehn Tage).

Noch ist er klein: Der Welpe im Bett.
Noch ist er klein: Der Welpe im Bett. (Foto: Horstmann)

Und dann steht eine sehr wichtige Entscheidung für Dich an: Wo schläft Dein Welpe? In seinem Bettchen – oder mit in Deinem?

Er wird im Zweifel jaulen oder schluchzen, sobald es alleine ins Bett geht. Deshalb meine Empfehlung: Der Schlafplatz für Deinen Welpen sollte im Schlafzimmer sein, zumindest die erste Zeit. Denn das stärkt den Zusammenhalt ungemein. Und ganz nebenbei kriegst Du mit, wenn er nervös umhertapert, weil er pinkeln muss.

Die ersten Nächte schlief unser Hund bei uns in seinem Bett im Schlafzimmer. Bis sie in der dritten oder vierten Nacht immer wieder aufs Bett gekrabbelt ist (Lektion: Das Bett war zu tief) und wir irgendwann eingeschlafen sind. Ab diesem Moment wusste unser Welpe: Sie darf mit ins Bett. Und dieses Recht lässt sie sich jetzt auch nicht mehr nehmen.

Wenn Du damit leben kannst, Dir Dein Bett irgendwann mit einem ausgewachsenen Golden Retriever zu teilen, erlaube es Deinem Welpen (er wird schlafen wie ein Stein!). Und wenn nicht: bleib konsequent. Denn: Das ist zwar das neue Zuhause Deines Hundes, aber Du bist vorher da gewesen – also gelten Deine Regeln.

 

Viele kurze Gassi-Gänge sind für Golden-Retriever-Welpen besser, als eine Überforderung durch zu lange Spaziergänge.
Viele kurze Gassi-Gänge sind für Golden-Retriever-Welpen besser, als eine Überforderung durch zu lange Spaziergänge. (Foto: privat)

Die ersten Wochen mit dem Welpen: viele Gassi-Gänge

Ich wiederhole mich, aber auch in den ersten Wochen gilt: Du darfst Deinen Hund nicht überstrapazieren. Denn: Zu viel Bewegung für Welpen kann Schäden an den Gelenken verursachen. Deshalb: Anfangs lieber viele kürze Spaziergänge als wenige lange.

Lasse Deinen Golden-Retriever-Welpen nach Möglichkeit nicht springen oder Treppen gehen (auch beides schlecht für die Gelenke). Und verzichte auf Spiele, bei denen ihr beiden an etwas zerrt – das kann Kiefer-Probleme verursachen.

Toben darfst Du mit Deinem Hund (oder Dein Hund mit anderen Hunden) aber selbstverständlich – aber nicht direkt nach dem Essen, weil es zu einer lebensbedrohlichen Magen-Drehung kommen kann.